Neue Wege bei Alzheimer

Behandlung mit Antikörpern

Antikörpertherapie bei Alzheimer

Das Fortschreiten verzögern – solange es früh genug ist

Mitte 2025 wurden in der EU die beiden ersten Arzneimittel zugelassen, die sich gegen die Amyloid-Ablagerungen bei der Alzheimer-Krankheit im Gehirn richten. Sie sind in Nordamerika, Japan und Großbritannien schon deutlich länger im Einsatz und seit Ende 2025 in Deutschland verfügbar.

Seither führen auch wir hier im Neurozentrum Rhein-Sieg diese spezielle Behandlung durch. Sie zielt darauf ab, das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu verzögern und ist an klare Voraussetzungen gebunden – und sie setzt eine Diagnostik voraus, die früh genug erfolgt.

Damit verschiebt sich der Schwerpunkt der Behandlung zum ersten Mal in der 125-jährigen Geschichte der Alzheimer-Krankheit: An die Stelle der bloßen Symptomkontrolle und späteren Pflege tritt das frühe Eingreifen in den Krankheitsprozess.

Für Betroffene und Angehörige heißt das vor allem eines – es lohnt sich, Gedächtnisstörungen früh abklären zu lassen.

Was diese Behandlung leisten kann – und was nicht

Ziel der Behandlung ist es nicht, den Verlauf der Erkrankung umzukehren und alle Symptome zu beseitigen – das kann derzeit kein Medikament. Es gibt aber erste belastbare Hinweise darauf, dass sich bestehende Krankheitssymptome, Ergebnisse von kognitiven Leistungsmessungen und Befunde spezieller bildgebender Untersuchungen während der Antikörper-Therapie bessern können.

Damit ist und bleibt gegenwärtig Hauptziel dieser Behandlung, das eigengesetzliche Fortschreiten der Erkrankung möglichst lange zu verzögern und ein günstiges Funktionsniveau zu erhalten – also die Zeit zu verlängern, in der ein weitgehend selbstbestimmter Alltag möglich bleibt. Diese Unterscheidung erklärt, warum der Zeitpunkt über alles entscheidet: Je später eine Behandlung beginnt, desto weniger kann man überhaupt erhalten.

Quelle: Ricaurte-Fajardo A, Ivanidze J, Zhang D, et al. Antiamyloid Therapy and Cerebral Blood Flow Changes on MRI: A Potential Longitudinal Biomarker of Treatment Response? American Journal of Neuroradiology 2025;46(7):1439. doi.org/10.3174/ajnr.A8654

Für wen die Behandlung infrage kommt

Zwei Voraussetzungen sind zwingend: ein frühes Krankheitsstadium – die verfügbaren Medikamente sind für fortgeschrittene Stadien nicht zugelassen – und eine auf Biomarker gestützte, beweisende Diagnose. Eine Verdachtsdiagnose genügt nicht.

Deshalb steht am Anfang immer eine gründliche Diagnostik, und zwar früh. Wer erst kommt, wenn der Alltag bereits deutlich eingeschränkt ist, hat diese Möglichkeit oft nicht mehr.

DER WEG ZUR ENTSCHEIDUNG

Bevor eine Behandlung beginnen kann, klären wir Schritt für Schritt,
ob sie sinnvoll und möglich ist:

Gespräch und neurologische Untersuchung

wie haben sich die Beschwerden entwickelt, was fällt im Alltag auf?

Kognitive Leistungsmessung (Tests)

zur genauen Einordnung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und weiteren kognitiven Funktionen

Bildgebung

die Kernspintomographie des Gehirns mit quantitativen Analysen zeigt Veränderungen und schließt andere Ursachen aus

Biomarker-Diagnostik

sie sichert die Diagnose ab

Prüfung von Begleiterkrankungen und Medikamenten

einige können die Behandlung stören oder gegen sie sprechen

Gemeinsame Entscheidung

mit Ihnen und, wenn Sie es wünschen, mit Ihren Angehörigen

Erst wenn alle Schritte zusammenpassen, beginnt die Behandlung. Kommt sie nicht infrage, sagen wir das deutlich – und zeigen, welche Alternativen es gibt.

Die MRT-Kontrollen führen wir selbst durch

Während der Therapie sind vorsorgliche Kontrolluntersuchungen mit dem Kernspintomographen vorgeschrieben. Diese können wir jederzeit in unseren eigenen Räumen durchführen – ohne Wartezeiten und ohne weite Wege.

Für eine Behandlung, die über einen längeren Zeitraum läuft, ist das ein spürbarer Unterschied im Alltag: Die Kontrollen finden dort statt, wo auch die Behandlung stattfindet.

Was das für Angehörige bedeutet

Angehörige bemerken Veränderungen oft früher als die Betroffenen selbst. Genau deshalb sind sie für uns wichtige Gesprächspartner – bei der Diagnostik, bei der Entscheidung über eine Behandlung und in ihrem weiteren Verlauf.

Auf Wunsch beziehen wir Angehörige in alle Gespräche ein.

Eine frühzeitige Abklärung von Gedächtnisstörungen entscheidet darüber, ob diese Behandlung überhaupt infrage kommt. Sprechen Sie uns an – je früher, desto mehr Möglichkeiten bestehen.

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Nutzen Sie am besten unsere Online-Terminvereinbarung oder rufen Sie uns zu unseren Telefonzeiten unter 02242 906070 an.

Häufige Fragen zur Antikörpertherapie

Heilt diese Behandlung die Alzheimer-Krankheit?

Nein. Sie kann bereits eingetretene Veränderungen im Gehirn nicht rückgängig machen. Ziel ist, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und ein gutes Funktionsniveau möglichst lange zu erhalten.

Die verfügbaren Medikamente sind nur für frühe Krankheitsstadien zugelassen. Wann diese Grenze im Einzelfall erreicht ist, lässt sich nicht pauschal sagen – das klärt die Diagnostik. Sicher ist: Abwarten verkleinert das Zeitfenster.

Nein. Die vorgeschriebenen Kontrolluntersuchungen führen wir in unseren eigenen Räumen durch – ohne Wartezeiten und ohne weite Wege.

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