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Biomarker für präzise Diagnosen

Biomarker-Diagnostik

Moderne Diagnostik für eine frühzeitige und präzise neurologische Einordnung

Viele neurologische Erkrankungen entwickeln sich schleichend. Veränderungen im Gehirn oder Nervensystem beginnen häufig lange, bevor erste Beschwerden auftreten. Die moderne Biomarker-Diagnostik hilft dabei, diese Prozesse frühzeitig zu erkennen und neurologische Erkrankungen genauer einzuordnen.

Biomarker ergänzen das ausführliche ärztliche Gespräch, die neurologische Untersuchung und moderne bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT). Gemeinsam liefern sie wichtige Informationen für eine möglichst präzise Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie.

Was sind Biomarker?

Biomarker sind messbare Hinweise darauf, was im Körper oder Gehirn geschieht. Man kann sie sich wie Fingerabdrücke einer Erkrankung vorstellen. Sie zeigen Veränderungen an, die häufig noch keine oder nur sehr geringe Beschwerden verursachen.

Biomarker können beispielsweise Veränderungen im MRT, bestimmte Eiweiße im Blut oder Nervenwasser sowie Entzündungsmarker oder Antikörper sein. Sie helfen dabei, Erkrankungen früher zu erkennen, ihren Verlauf einzuschätzen und Therapieentscheidungen fundierter zu treffen.

„Oligoklonale IgG-Banden“ beispielsweise sind ungewöhnliche Eiweißstoffe, die nur im Liquor (Nervenwasser) von Patienten mit multipler Sklerose (MS) gefunden werden, aber nicht im Blut. Sie sind Biomarker für MS.

Ein einzelner Biomarker stellt jedoch meist noch keine Diagnose. Erst das Zusammenspiel aus Ihren Beschwerden, dem ärztlichen Gespräch, der neurologischen Untersuchung sowie den Ergebnissen der Bildgebung und Laboruntersuchungen ergibt ein vollständiges Bild.

MRT-Biomarker – Veränderungen frühzeitig erkennen

Die Magnetresonanztomographie gehört zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren in der Neurologie. Mit unserem hochauflösenden 3-Tesla-MRT lassen sich Gehirn und Rückenmark besonders detailliert darstellen.

Dabei können unter anderem folgende Veränderungen sichtbar werden:

  • Veränderungen des Hirnvolumens
  • Entzündungsherde, beispielsweise bei Multipler Sklerose
  • Durchblutungsstörungen und kleine Gefäßveränderungen
  • Veränderungen bestimmter Hirnregionen, wie sie bei Demenzerkrankungen auftreten können

Viele dieser Veränderungen lassen sich bereits erkennen, bevor deutliche Beschwerden auftreten. So können beispielsweise typische Folgen eines bisher unentdeckten Bluthochdrucks oder frühe Veränderungen bei einer Multiplen Sklerose im MRT sichtbar werden.

Ergänzend kann die quantitative Auswertung der MRT-Aufnahmen das Volumen und die Durchblutung mit der daraus ableitbaren Stoffwechselaktivität bestimmter Hirnregionen objektiv erfassen. Gerade bei Gedächtnisstörungen liefert diese Untersuchung zusätzliche Hinweise und unterstützt die Beurteilung der Befunde.

Biomarker im Blut und Nervenwasser

Neben der Bildgebung liefern auch Blut- und Liquoruntersuchungen wertvolle Informationen über Veränderungen im Nervensystem. Je nach Fragestellung können unterschiedliche Biomarker bestimmt werden.

Neurofilament (NfL)

Neurofilamente sind Bestandteile von Nervenzellen. Werden Nervenzellen geschädigt, gelangen sie vermehrt in das Blut oder Nervenwasser.

Ein erhöhter Neurofilament-Wert kann unter anderem bei Multipler Sklerose, Demenzerkrankungen, Parkinson-Erkrankungen oder anderen neurologischen Erkrankungen auftreten. Er zeigt an, dass Nervenzellen geschädigt werden, erlaubt jedoch allein keine Aussage darüber, welche Erkrankung die Ursache ist.

Entzündungsmarker und Antikörper

Bei entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems können bestimmte Entzündungsmarker oder Antikörper im Blut und insbesondere im Nervenwasser nachgewiesen werden. Zusammen mit den MRT-Befunden unterstützen sie beispielsweise die Diagnostik einer Multiplen Sklerose und anderer entzündlicher Erkrankungen.

Amyloid und Tau

Amyloid und Tau sind Eiweiße, die insbesondere bei der Alzheimer-Erkrankung eine wichtige Rolle spielen.

Veränderte Amyloid-Werte können darauf hinweisen, dass bereits Alzheimer typische Eiweißablagerungen im Gehirn begonnen haben. Tau-Biomarker liefern zusätzliche Hinweise darauf, ob Nervenzellen geschädigt werden.

Gemeinsam mit der hochauflösenden MRT tragen diese Biomarker dazu bei, Gedächtnisstörungen genauer einzuordnen und mögliche Alzheimer-Veränderungen bereits in einem frühen Stadium zu erkennen.

Warum werden verschiedene Biomarker kombiniert?

Jeder Biomarker liefert nur einen Teil der notwendigen Informationen. Erst die Kombination verschiedener Untersuchungen ermöglicht eine möglichst zuverlässige Beurteilung.

Dazu gehören unter anderem:

  • Ihre Beschwerden und Krankengeschichte
  • das persönliche Arztgespräch
  • die neurologische Untersuchung
  • MRT-Befunde
  • Blut- und Liquor-Biomarker
  • gegebenenfalls weitere Untersuchungen


Die Ergebnisse werden anschließend ärztlich zusammengeführt und bewertet. Moderne Biomarker und KI-gestützte Auswertungsverfahren unterstützen die Diagnostik, ersetzen jedoch niemals die ärztliche Erfahrung und Beurteilung.

Eine frühzeitige und präzise Diagnostik schafft Klarheit. Bei Fragen zur Biomarker-Diagnostik in Hennef stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Häufige Fragen zur Biomarker-Diagnostik

Kann ein Biomarker allein eine Diagnose stellen?

Nein. Biomarker liefern wichtige Hinweise, müssen jedoch immer gemeinsam mit Ihren Beschwerden, der neurologischen Untersuchung und weiteren Befunden bewertet werden.

Biomarker kommen unter anderem bei Demenzerkrankungen, Multipler Sklerose, Parkinson-Erkrankungen sowie weiteren entzündlichen oder neurodegenerativen Erkrankungen zum Einsatz.

Neurofilament ist ein Bestandteil von Nervenzellen. Ein erhöhter Wert kann auf eine Schädigung von Nervenzellen hinweisen, ist jedoch nicht spezifisch für eine einzelne Erkrankung.

Nein. Moderne Software kann Ärztinnen und Ärzte bei der Auswertung unterstützen, beispielsweise durch quantitative MRT-Analysen. Die medizinische Beurteilung und Diagnose erfolgen jedoch immer durch erfahrene Neurologen.

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